Wie kann man seine Leidenschaft für Spiele in der Arbeitswelt ausleben?

Diablo 3 Leidenschaft für Spiele in der Arbeit nutzen

Eines der Spiele, das mich über die Jahrzehnte hinweg begleitet, ist die Diablo-Reihe. Für Diablo1 war ich noch ein wenig zu jung, aber mit Diablo 2 hat meine Leidenschaft für dieses Universum begonnen. An Diablo liebe ich einerseits die düstere Stimmung und andererseits, dass es Sammeln, und Rollenspiel mit Schnelligkeit vereint.

Nach einem aufregenden Baal-Run habe ich zur Entspannung gerne meine Kisten und Edelsteine sortiert. Auch damit ich mir die Edelstein-Sortier-Sounds anhören kann 🙂
Ich bin sicher, du kennst das, wenn sich Geräusche aus Spielen ins Gehirn einbrennen und man jahrzehnte später noch ein melancholisches Gefühl hat, wenn man sie hört.

Was hat Diablo mit arbeiten zu tun?

Falls du Diablo nicht kennst, möchte ich dir kurz den Kern des Spiels erklären. Es geht darum, in die Welt hinauszuziehen, Monster zu töten, Quests zu erledigen und wertvolle sowie seltene Gegenstände zu finden wie Kleidung, Waffen, Sockel oder Runen. Diese Items kann man dann zum Beispiel mit anderen Spielern handeln, selbst anlegen oder bis in alle Ewigkeit in einer Kiste horten.

Besonders in Diablo sehe ich sehr viel Parallelen zur Selbständigkeit.

Du lernst dich selbst kennen: Je mehr man seinen Charakter spielt, desto mehr lernt man seine Stärken und Schwächen kennen. Als Selbständiger muss man sehr bewusst und reflektiert durch den Tag gehen und sich mit sich selbst auseinandersetzen und schauen, wo es noch Verbesserungsmöglichkeiten gibt.

Du hast einen Skill-Tree: In Diablo vergibt man Skillpunkte für Fähigkeiten, zB. mehr Leben, mehr Regeneration (Pausen), Schaden (Tatkraft). Ich versuche mich selbst auch öfter so zu betrachten, als würde ich mir Skillpunkte vergeben. Wo muss ich mich noch verbessern? +2 in Zuhören (das ist eine hohe Kunst), +3 in Regeneration, usw.

Diablo 3 Leidenschaft für Spiele in der Arbeit nutzenDu übernimmst die Verantwortung für dich selbst: In Diablo ist man im Single-Player allein unterwegs, kann aber zusätzlich Söldner (wie eigene Unternehmer) anheuern, die man bezahlen muss. Indem man als Selbständiger sein eigenes Geld verdienen muss, trägt man für sich alleine die Verantwortung und sieht sich so noch eher mit seinen Stärken und Schwächen konfrontiert, als jemand, der angestellt ist.

Der Weg ist das Ziel: Sowohl in Diablo, als auch als Selbständiger hat man Aufgaben zu erledigen. Das interessante daran ist, dass man diese Quests nicht nur für die Belohnung macht, sondern, weil der Weg da hin auch schon so lustig ist. Was gibt es besseres, als seine Fähigkeiten zu benutzen, um sich durch eine Horde Monster zu schnetzeln – was ja für sich schon Belohnung genug ist – UND DANN NOCH am Ende einen Bonus, besondere Items und Gold erhält?

Du musst nicht durchhalten: Würde der Weg keinen Spaß machen und man würde dauernd sterben, nicht vom Fleck kommen und einen Misserfolg nach dem anderen haben, dann ist man bald soweit, aufzugeben. In Spielen ist deshalb nicht das Durchhaltevermögen wichtig, auch wenn das eine noble Eigenschaft ist, wenn es um kurze, beschwerliche Stecken geht. Sondern, dass die Balance zwischen Herausforderung und Spaß stimmt.

Interessanterweise ist man in Diablo für diese Balance selbst zuständig. Indem man Punkte für gewisse Fähigkeiten verteilt, kann man selbst dafür sorgen, dass der Spielspaß steigt. Und auch in der Selbständigkeit ist es ganz wichtig, dass man immer wieder an Zahnrädchen dreht und bewusst reflektiert, welche Skills man verbessern muss, um persönlich und unternehmerisch zu wachsen.

Edelsteine-DiabloEasy to learn, hard to master: In diesem Spruch von Blizzard liegt sehr viel Wahrheit, die man auch auf die Selbständigkeit anwenden kann. Ich denke, es ist wichtig, dass man eine Arbeit macht, die einem leicht von der Hand geht und für die man eine gewisse Begabung hat. Also eine Anlage für ein Potential. Aber jedes Talent muss auch trainiert werden und je konsequenter man das macht, desto besser wird man darin. Spiele zeigen uns, dass uns Dinge nicht einfach in den Schoß fallen, sondern erarbeitet werden müssen. Selbst in Diablo, wo ja Glück eine Rolle spielt, muss man die nötigen Stunden investieren, damit einem das Glück hold ist.

Du lernst, mit Frustrationen umzugehen: Nicht immer jedoch kommt man von einem großen Beutezug mit vollen Händen zurück. Das ist sogar öfter der Fall, als es nicht der Fall ist. Und es ist erstaunlich, dass trotzdem so viele Leute dieses Spiel spielen, wo ja die meiste Zeit nichts dabei rauskommt. Als Selbständiger sieht man sich gegebenenfalls auch mit solchen Phasen konfrontiert, wo nichts geht, wo alles schief läuft oder wo die eigenen Bemühungen temporär sinnlos erscheinen. Diejenigen, die dann weitermachen, tun dies, weil sie eine Leidenschaft für ihre Arbeit empfinden (oder Nerven aus Stahl haben, jedoch nicht für immer). Die, die aufhören, empfinden nicht diese Leidenschaft für ihre auserwählte Tätigkeit.

Du arbeitest für dich, nicht für andere: In guten Spielen macht schon der Weg selbst Spaß. Ich finde das höchst interressant, weil so viele Menschen nur für Geld arbeiten. Man soll nicht OHNE Geld arbeiten, Geld ist gut, es ist ein Bonus am Ende des Spiels. Aber in guten Spielen – in guten Unternehmen – ist die Tätigkeit für sich allein schon so lustig, dass man auch nur für sich spielen würde – und nicht für andere, weil man dazulernt, sich verbessert und wächst. Und erst DAFÜR – für diesen Spaß, den man bei einer Sache hat, wird man am Ende reichlich belohnt. Also doppelt Spaß. Hat man in Spielen keinen Spaß, kommt am Ende auch nicht die Schatzkiste, weil man erst gar nicht ans Ende kommt.

Spiele machen uns das so gut vor, warum machen wir es im Arbeitsleben nicht nach?

Also hab ich mir ein Diablo im echten Leben gebaut

Ich sehe nicht ein, dass mein Tag von 9-5 scheisse sein soll, damit ich mich dann am Abend in die Welt der Spiele flüchten kann, weils dort lustiger ist. Ich finde, der ganze Tag, das ganze Leben sollte sein, wie ein Spiel – und dass das nicht realitätsfremd oder nur theoretisch ist, wollte ich mir selbst beweisen.

Ich habe mir vor 7 Jahren ein Diablo im echten Leben gebaut, nämlich einen Online Shop, in dem ich Edelsteine verkaufe. Dieser Online Shop ist meine Haupteinnahmequelle geworden und verschafft mir gleichzeitig genug Freizeit, die ich nutzen kann, wie ich will. Wobei ich in meiner Freizeit dann ja freiwillig in meinem Online Shop arbeite – wenn ich das will. Du sieht, worauf ich hinaus will? 😀

Edelsteinschale DiabloIch sammle Beute aus aller Welt, seltene Edelsteine, Perlen – das ist viel Arbeit, die für sich genommen auch schon sehr viel Spaß macht. Dann horte ich diese Edelsteine in diversen Kistchen, crafte daraus Anhänger und Ringe wie in Diablo, was auch die entsprechenden Geräusche macht und verschicke sie dann in alle Welt. Wie lustig ist das?

Manchmal, wenn ich Edelsteine sortiere oder verpacke und an meine Kunden versende, höre ich dabei Diablo Musik, um mich daran zu erinnern, dass es möglich ist, sein Leben wie ein Spiel zu leben und nicht nur auf die Feiertags-Stunden zu verschieben.

Ich würde dich gerne ermutigen, einen Weg zu finden, wie du deine Leidenschaft für Spiele ebenso zu einem Beruf machen kannst, der dein ganzes Leben zu einem Spiel werden lässt. 🙂

Wenn du Ideen dazu hast oder unsicher bist, wie man das umsetzen könnte, kannst du mir gerne hier über dich erzählen!

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